Zeckenschutz für Hunde: Zecke auf der Hand nach dem Absuchen des Hundes – Zeckenschutz für Hunde

Zeckenschutz für Hunde: Was hilft wirklich gegen Zecken? (Chemie & Hausmittel im Vergleich)

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Du kommst vom Spaziergang nach Hause, streichst deinem Hund noch einmal liebevoll über den Rücken und da ist er: dieser kleine, dunkle Punkt im Fell. Dein Herz macht einen kleinen Sprung. Eine Zecke.

Fast jeder Hundebesitzer kennt diesen Moment und fast jeder stellt sich danach dieselben Fragen: Ist das gefährlich? Habe ich etwas falsch gemacht? Und vor allem: Welcher Zeckenschutz für Hunde ist eigentlich der richtige?

Beim Thema Zeckenschutz gehen die Meinungen weit auseinander. Die einen schwören auf Präparate vom Tierarzt, die anderen setzen auf Hausmittel und natürliche Alternativen. In diesem Artikel schaue ich mir beide Seiten ehrlich und ohne erhobenen Zeigefinger an. Ich erkläre dir, warum Zecken gefährlich sein können, wie du sie sicher entfernst, welche Mythen du getrost vergessen darfst und was im Alltag wirklich hilft. Am Ende teile ich auch meine ganz persönliche Erfahrung mit dir, denn ich gehe diesen Weg inzwischen ganz bewusst anders.

Wichtig vorab: Ich bin keine Tierärztin. Dieser Artikel gibt dir allgemeine Informationen und persönliche Erfahrungen, aber er ersetzt keine tierärztliche Beratung. Welcher Schutz für deinen Hund passt, besprichst du am besten mit deiner Tierarztpraxis.

Warum sind Zecken überhaupt gefährlich?

Eine Zecke ist erst einmal ein kleines Spinnentier, das Blut saugt. Das klingt harmlos, das Problem liegt aber woanders: Zecken können beim Saugen Krankheitserreger übertragen. Genau deshalb lohnt es sich, das Thema ernst zu nehmen, ohne in Panik zu verfallen.

Gute Nachricht: Nicht jede Zecke trägt Erreger in sich und nicht jeder Zeckenstich führt zu einer Erkrankung, aber weil man einer Zecke nicht ansieht, ob sie Erreger trägt, ist Vorsicht die beste Strategie.

Die wichtigsten Krankheiten kurz erklärt

Das sind die Begriffe, auf die du beim Thema Zecken beim Hund immer wieder stoßen wirst:

  • Borreliose: Die wohl bekannteste Zeckenkrankheit. Sie wird durch Bakterien (Borrelien) ausgelöst. Mögliche Anzeichen können Müdigkeit, Fieber, Gelenkschmerzen oder Lahmheit sein. Sie zeigen sich oft erst Wochen oder Monate nach dem Stich und nicht jeder infizierte Hund wird tatsächlich krank.
  • Anaplasmose: Ebenfalls eine bakterielle Infektion. Mögliche Symptome sind Fieber, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit.
  • Babesiose (oft „Hundemalaria“ genannt): Hier werden die roten Blutkörperchen angegriffen. Sie kann sich zum Beispiel durch Fieber, Schwäche, blasse Schleimhäute oder dunklen Urin bemerkbar machen. Die Babesiose gilt als ernst und sollte immer tierärztlich abgeklärt werden. Sie kommt in Deutschland regional unterschiedlich häufig vor und die Verbreitungsgebiete verändern sich.
  • FSME: Bei Hunden kommt die Frühsommer-Meningoenzephalitis seltener zum Tragen als bei Menschen, kann aber in Risikogebieten ein Thema sein.

Das sind nur Stichworte, keine Diagnosehilfe. Die genannten Symptome können viele verschiedene Ursachen haben. Wenn dein Hund nach einem Zeckenstich oder generell auffällig wird, zum Beispiel müde, appetitlos, fiebrig oder lahm, ist der Weg zur Tierarztpraxis immer die richtige Entscheidung.

Ab wann wird es gefährlich?

Jetzt kommt etwas, das vielen die erste Panik nimmt: Erreger werden in der Regel nicht in der ersten Sekunde übertragen. Bei Borrelien zum Beispiel dauert es meist etwa 12 bis 24 Stunden Saugzeit, bis sie in nennenswertem Umfang in die Wunde gelangen. Bei anderen Erregern kann es unter Umständen schneller gehen, deshalb gilt: Je früher die Zecke entfernt wird, desto besser.

Genau darum ist das tägliche Absuchen so wertvoll. Es ist die einfachste, günstigste und zugleich wirkungsvollste Maßnahme, die du selbst in der Hand hast, ganz unabhängig davon, für welchen Schutz du dich entscheidest.

Erste Hilfe: Zecke entdeckt – was tun?

Atme erst einmal durch. Eine entdeckte Zecke ist kein Notfall, sondern eine Aufgabe, die du in aller Ruhe erledigen kannst.

Das richtige Werkzeug: Zeckenzange, Zeckenhaken oder Zeckenkarte?

Ich habe über die Jahre alles ausprobiert. Hier ein ehrlicher Überblick:

WerkzeugVorteileNachteileGeeignet für
ZeckenzangeGutes Greifen, präzise, oft sehr sicher bei richtiger AnwendungMan muss aufpassen, den Körper nicht zu quetschenDie meisten Hunde, besonders gut bei größeren, vollgesogenen Zecken
ZeckenhakenQuetscht den Körper kaum, leicht zu handhaben, kleinEtwas Übung nötig (drehen, bis die Zecke sich löst)Dicht behaarte Hunde, kleine Zecken
ZeckenkarteFlach, passt ins Portemonnaie oder Hundegeschirr, schnell einsatzbereitEher für kleine bis mittlere Zecken, auf dichtem Fell schwierigerUnterwegs, als Notfall-Begleiter

Mein Tipp aus dem Alltag: Ich habe immer eine Zeckenzange zu Hause und eine Zeckenkarte in der Jackentasche. So bin ich überall vorbereitet. Bei Welpen mit besonders feiner Haut bin ich zusätzlich sehr ruhig und langsam, denn Hektik ist dabei der größte Fehler.

🐾Gut ausgestattet, um handeln zu können

Wenn du noch nichts Passendes im Haus hast, findest du hier eine kleine Auswahl an Zeckenzangen, Zeckenhaken und Zeckenkarten, die ich gerne weiterempfehle. Eine Zecke im richtigen Moment sicher entfernen zu können, gibt eine Menge Ruhe.

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Zecke entfernen: Schritt für Schritt

  1. Ruhe bewahren. Dein Hund spürt deine Stimmung. Ein paar Streicheleinheiten und ein Leckerli helfen, damit er entspannt bleibt.
  2. Fell teilen. Streiche das Fell rund um die Zecke zur Seite, damit du die Einstichstelle gut siehst.
  3. So nah wie möglich an der Haut ansetzen. Greife die Zecke direkt über der Haut, am Kopfbereich, nicht am Körper.
  4. Langsam und gerade herausziehen. Mit gleichmäßigem, sanftem Zug. Nicht ruckartig, nicht reißen.
  5. Nicht quetschen. Der Körper der Zecke sollte nicht gedrückt werden, damit möglichst wenig Inhalt in die Wunde gelangt. Falls dein Werkzeug dafür gedacht ist (zum Beispiel ein Zeckenhaken), folge der Anleitung des Herstellers, bei manchen Werkzeugen wird leicht gedreht.
  6. Wunde kontrollieren. Schau, ob die Zecke vollständig entfernt wurde. Bleibt ein kleiner dunkler Punkt zurück, ist das häufig nur ein Rest der Mundwerkzeuge. Beobachte die Stelle, und sprich bei Unsicherheit mit deinem Tierarzt.
  7. Zecke entsorgen. Am besten in einem kleinen Behälter oder in Küchenpapier, nicht lebend ins Freie.
Zecke beim Hund sicher mit einer Zeckenzange entfernen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die größten Mythen: Das solltest du bei einer Zecke NIEMALS tun

Das ist einer der wichtigsten Abschnitte dieses Artikels, denn dieser Mythos hält sich hartnäckig.

Kein Öl, kein Klebstoff, kein Nagellackentferner, keine Butter, kein Alkohol auf die Zecke.

Warum nicht? Man erzählt sich, die Zecke würde dadurch ersticken. Genau das ist das Problem: Eine gestresste, sterbende Zecke kann unter Umständen vermehrt Speichel und Mageninhalt in die Wunde abgeben und damit möglicherweise auch Erreger. Außerdem dauert es oft lange, bis die Zecke überhaupt reagiert. In dieser Zeit saugt sie weiter. Das Risiko steigt, statt zu sinken.

Weitere Mythen, die du loslassen darfst:

  • „Zecken fallen von Bäumen“ → Nein, dazu mehr im Alltagsteil unten.
  • „Im Winter gibt es keine Zecken“ → Zecken können schon bei Temperaturen ab etwa 7 °C aktiv sein, auch im Herbst und milden Wintern.
  • „Den Kopf muss man extra abreißen oder herausschneiden“ → Nein. Wenn ein Rest bleibt, beobachte die Stelle und frag lieber in der Praxis nach.

Nachsorge: Worauf du in den Tagen danach achten solltest

  • Wunde desinfizieren. Ein mildes, für Hunde geeignetes Desinfektionsmittel oder von deiner Tierarztpraxis empfohlene Mittel genügen. Frag im Zweifel nach, welches Mittel für deinen Hund geeignet ist.
  • Datum notieren. Schreib dir auf, wann und wo die Zecke gesessen hat. Das kann später für die Tierarztpraxis hilfreich sein.
  • Einstichstelle beobachten. Eine leichte Rötung direkt nach dem Stich ist oft normal. Achte aber darauf, ob sie sich ausbreitet, größer wird oder anschwillt. Eine sogenannte „Wanderröte“ ist bei Hunden wegen des Fells übrigens schwer zu erkennen.
  • Verhalten beobachten. Wirkt dein Hund in den Tagen und Wochen danach ungewöhnlich träge, appetitlos, fiebrig oder zeigt er Lahmheit, ruf deine Tierarztpraxis an. Erwähne den Zeckenstich ausdrücklich.

Wichtig: Wenn Symptome anhalten, schlimmer werden, plötzlich auftreten oder dir einfach seltsam vorkommen, lass sie tierärztlich abklären. Lieber einmal zu früh als einmal zu spät.

Der große Vergleich: Chemie vs. Natur beim Zeckenschutz

Bei diesem Thema sind Hundebesitzer oft sehr gespalten und das ist völlig okay. Ich möchte beide Seiten fair darstellen, denn am Ende kennst du deinen Hund am besten, und deine Tierarztpraxis kennt seine Gesundheitsgeschichte.

Klassische Mittel vom Tierarzt

Spot-ons (zum Träufeln) Diese Präparate werden in den Nacken oder entlang des Rückens auf die Haut getropft und verteilen sich über die Hautoberfläche. Die Wirkung hält je nach Produkt in der Regel einige Wochen an. Vorteil: einfache Anwendung. Nachteil: Der Hund sollte danach eine Zeit lang nicht intensiv gestreichelt oder gebadet werden und die Mittel können Hautreaktionen auslösen. Außerdem sollte man dafür sorgen, dass Kinder und andere Haustiere keinen direkten Kontakt mit der behandelten Stelle haben.

Halsbänder Zeckenhalsbänder (zum Beispiel Seresto) geben über Monate Wirkstoffe ab und bieten dadurch einen Langzeitschutz. Vorteil: Man muss nicht regelmäßig daran denken. Nachteil: Der Wirkstoff ist dauerhaft am Hund, auch im Wasser und beim Kuscheln und es gibt Hunde, die Halsbänder schlecht vertragen. Wie bei allen Mitteln sollte man auf Hautreaktionen achten.

Kautabletten Die neuere Variante, zum Beispiel mit Wirkstoffen, wie sie in Produkten wie Bravecto oder Simparica eingesetzt werden. Die Tabletten wirken über das Blut. Eine Zecke muss also zuerst stechen, um den Wirkstoff aufzunehmen, wird dann aber meist abgetötet.

  • Vorteile: hohe Wirksamkeit, einfache Gabe, keine Rückstände auf dem Fell, regnerisches Wetter und Baden spielen keine Rolle.
  • Nachteile: Der Wirkstoff gelangt in den gesamten Organismus. Für einzelne Wirkstoffgruppen haben Behörden Hinweise zu möglichen neurologischen Nebenwirkungen bei einzelnen Hunden veröffentlicht, zum Beispiel Zittern oder Krampfanfälle. Das betrifft nur einen sehr kleinen Teil der Hunde, ist aber ein Punkt, über den man mit der Tierarztpraxis offen sprechen sollte, besonders bei Hunden mit bekannten neurologischen Vorerkrankungen.

Meine persönliche Erfahrung: Nach all den Jahren mit Hunden gebe ich diese Produkte selbst nicht mehr. Für mich fühlen sie sich nicht mehr richtig an und ich persönlich habe das Gefühl, dass sie dem Körper mehr belasten, als ich es möchte. Deshalb sind wir bei uns auf andere Wege umgestiegen. Wichtig ist mir aber zu sagen: Das ist meine ganz persönliche Entscheidung und keine Empfehlung für dich. Ich bin keine Tierärztin und jeder Hund und jede Region ist anders. Wenn du in einem Gebiet mit hohem Zeckenrisiko lebst oder dein Hund besonders gefährdet ist, sprich bitte offen mit deiner Tierarztpraxis darüber, was für euch sinnvoll ist.

Natürliche Alternativen und Hausmittel

Einmal ganz ehrlich vorweg: Für die meisten Hausmittel gibt es keine verlässlichen wissenschaftlichen Belege, dass sie Zecken zuverlässig abhalten. Viele Hundebesitzer berichten von guten Erfahrungen, aber ein garantierter Schutz ist das nicht. Genau deshalb gilt bei allen natürlichen Wegen: Das tägliche Absuchen ist unverzichtbar.

Kokosöl Kokosöl enthält Laurinsäure, der eine abweisende Wirkung auf Zecken nachgesagt wird. Es wird dünn auf das Fell oder besonders gefährdete Stellen aufgetragen. Der Haken: Es müsste regelmäßig, in der Regel täglich, erneuert werden und es kann fetten, Flecken hinterlassen und manche Hunde lecken es ab. Bei empfindlichen Hunden kann Kokosöl zu Verdauungsbeschwerden führen. Wie wirksam es tatsächlich ist, ist wissenschaftlich nicht sicher belegt.

Schwarzkümmelöl Beliebt bei vielen Hundebesitzern, die auf natürliche Wege setzen. Es wird meist über das Futter gegeben.

Wichtiger Sicherheitshinweis: Schwarzkümmelöl kann für Katzen problematisch bzw. giftig sein. Wenn in deinem Haushalt auch Katzen leben, könnten sie Reste über das Fell, Futterschalen oder durch Ablecken aufnehmen. Kläre die Anwendung in diesem Fall unbedingt vorher mit der Tierarztpraxis oder verzichte darauf.

Zistrose (Cistus incanus) und Bierhefe Auch diese werden gerne als Ergänzung zum Futter gegeben. Die Idee dahinter: Der Hund soll für Zecken weniger attraktiv sein. Wissenschaftlich belegt ist diese Wirkung nicht. Zistrose wird außerdem häufig wegen ihrer Pflanzenstoffe geschätzt, Bierhefe wegen B-Vitaminen. Beides sollte langsam eingeführt und in Absprache mit deiner Tierarztpraxis dosiert werden, besonders bei Hunden mit Magen-Darm-Empfindlichkeit, Allergien oder Vorerkrankungen.

Chemie oder Natur: So triffst du eine gute Entscheidung

Es gibt keine pauschal richtige Antwort. Diese Fragen helfen dir:

  • Wo leben wir? (Risikogebiet oder eher zeckenarme Region?)
  • Wie viel ist mein Hund draußen unterwegs? (Wald, Wiese, Stadtpark?)
  • Hat mein Hund Vorerkrankungen, Allergien oder eine Futterempfindlichkeit?
  • Wie zuverlässig schaffe ich das tägliche Absuchen und regelmäßiges Auftragen oder Füttern?
  • Leben Kinder oder Katzen im Haushalt?
  • Wie ist meine tierärztliche Meinung dazu?

Nimm dir ruhig Zeit für ein Gespräch mit deiner Tierarztpraxis. Eine gute Praxis wird deine Fragen ernst nehmen, auch wenn du dich eher für einen natürlicheren Weg interessierst.

Zeckenschutz für Hunde bei Welpen

Wenn du gerade einen kleinen Welpen großziehst, fühlt sich dieses Thema vielleicht noch größer an. Verständlich! Denn Welpen sind in vielen Punkten empfindlicher:

  • Ihr Immunsystem ist noch in der Entwicklung.
  • Ihre Haut ist dünner und sensibler.
  • Viele chemische Präparate sind erst ab einem bestimmten Alter oder Mindestgewicht zugelassen. Das steht in der Packungsbeilage und sollte unbedingt beachtet werden.
  • Auch natürliche Mittel wie Öle oder Pflanzenzusätze sind bei sehr jungen Hunden nicht automatisch harmlos.

Mein Rat: Besprich den Zeckenschutz für deinen Welpen immer individuell mit deiner Tierarztpraxis. Dort kann man Alter, Gewicht und Rasse berücksichtigen und gemeinsam entscheiden, was für euer Kleines passt.

Ich erinnere mich noch gut an die ersten Spaziergänge mit einem meiner Welpen: Ich war so mit Beobachten, Loben und Leckerlis beschäftigt, dass ich anfangs fast vergessen hätte, den kleinen Kerl danach abzusuchen. Seitdem ist der „Zeckencheck“ bei uns ein fester, ruhiger Abschlussmoment nach jedem Ausflug, meistens mit ein paar Streicheleinheiten verbunden. Dein Welpe lernt dabei nebenbei: Anfassen ist schön und gehört dazu.

Zecken sind nur ein Teil von vielem, woran du in den ersten Wochen denken darfst. Damit du nichts vergisst und dich sicher fühlst, habe ich die Pfotenuniversum Welpenstart-Checkliste für dich zusammengestellt.

Praktische Alltagstipps gegen Zecken im Hundealltag

Wo lauern Zecken am liebsten?

Eine Sache vorweg: Zecken fallen nicht von Bäumen. Das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Zecken sitzen in niedriger Vegetation und lassen sich von vorbeistreifenden Tieren abstreifen. Besonders gern halten sie sich auf:

  • hohem Gras und Wiesen
  • Unterholz und Gebüsch
  • Waldrändern und Lichtungen
  • Feldwegen mit hohem Bewuchs
  • feuchten, schattigen Plätzen
Welpe im hohen Gras am Waldrand – hier lauern Zecken besonders häufig

Die Lieblingsstellen: Hier solltest du besonders gründlich suchen

Nach jedem Spaziergang lohnt sich ein ruhiger Check, am besten mit den Fingerspitzen und nicht nur mit den Augen. Die Zecke fühlt sich oft wie ein kleines Knötchen an.

Checkliste: Wo du nach Zecken suchen solltest

  • Kopf, Ohren und hinter den Ohren
  • Augenlider und Gesicht
  • Hals und unter dem Halsband
  • Achseln und Brust
  • Bauch und Leistengegend
  • Schenkelinnenseiten
  • Zwischen den Zehen und Pfoten
  • Unter dem Schwanz und rund um den After

Mein Alltags-Ritual für mehr Ruhe

Bei uns läuft es so: Nach dem Spaziergang trocknen wir die Pfoten ab, ich streiche mit beiden Händen langsam einmal über den ganzen Körper und fühle dabei nach kleinen Unebenheiten. Das dauert höchstens zwei, drei Minuten. Die Hunde empfinden es meist wie eine kleine Massage und ich weiß: Ich habe alles Wichtige gecheckt.

Tipp: Bei dichtem oder langem Fell hilft ein Kamm oder eine Bürste, mit der du Zecken eher aufspüren kannst, bevor sie sich festsaugen.

Zeckenschutz für Hunde: Das Wichtigste im Überblick

  • Zecken können Krankheitserreger übertragen, aber Panik ist unnötig. Meist dauert es Stunden, bis Erreger übertragen werden.
  • Tägliches Absuchen ist die wichtigste Maßnahme, egal für welchen Weg du dich entscheidest.
  • Zecken mit Zange, Haken oder Karte langsam und gerade entfernen, nicht quetschen, niemals mit Öl oder Klebstoff behandeln.
  • Chemische Mittel vom Tierarzt und Hausmittel haben jeweils Vor- und Nachteile. Hausmittel sind wissenschaftlich weniger belegt, Präparate können Nebenwirkungen haben.
  • Bei Welpen gilt: Alter und Mindestgewicht beachten und immer mit der Tierarztpraxis abstimmen.
  • Bei Auffälligkeiten (Fieber, Schwäche, Appetitlosigkeit, Lahmheit, dunkler Urin): zum Tierarzt.

Wenn du dir für die ersten Wochen mehr Orientierung wünschst, von der Gesundheit über die Erziehung bis zum entspannten Alltag, kann dieser Welpenkurs ein hilfreicher Begleiter sein. Er führt dich Schritt für Schritt durch die wichtigsten Themen.

Der Online-Kurs bietet dir den absoluten roten Faden für dein gesamtes erste Jahr, mit dem du jede Phase eures gemeinsamen Abenteuers absolut tiefentspannt, sicher und zu jeder Jahreszeit meisterst.

Häufige Fragen zu Zeckenschutz für Hunde (FAQ):

Welcher Zeckenschutz für Hunde ist der beste?

Den einen perfekten Schutz für alle gibt es nicht. Es hängt von Wohnort, Alltag, Gesundheitszustand und deinen Überzeugungen ab. Am besten besprichst du es mit deiner Tierarztpraxis und schaust, was zu euch passt. Das tägliche Absuchen gehört bei jedem Konzept dazu.

Wie lange muss die Zecke saugen, bis es gefährlich wird?

Bei Borrelien wird meist von 12 bis 24 Stunden gesprochen. Bei anderen Erregern kann es schneller gehen. Entferne eine Zecke deshalb so früh wie möglich, aber ohne Hektik und mit dem richtigen Werkzeug.

Hilft Kokosöl wirklich gegen Zecken?

Viele Hundebesitzer berichten von guten Erfahrungen, wissenschaftlich ist die Wirkung aber nicht sicher belegt. Außerdem muss Kokosöl regelmäßig erneuert werden. Verlass dich deshalb nicht allein darauf und suche deinen Hund weiterhin täglich ab.

Ist Schwarzkümmelöl für Hunde sicher?

Viele Hunde vertragen es, aber nicht jeder. Sprich vorab mit deiner Tierarztpraxis. Wichtig: Schwarzkümmelöl kann für Katzen problematisch bzw. giftig sein. Bei Katzen im Haushalt solltest du besonders vorsichtig sein.

Ab wann kann ich meinem Welpen Zeckenschutz geben?

Das hängt vom Produkt ab. Viele Mittel sind erst ab einem bestimmten Alter und Mindestgewicht zugelassen. Lass dich vor der ersten Anwendung tierärztlich beraten und lies die Packungsbeilage genau.

Was tun, wenn der Zeckenkopf stecken geblieben ist?

Oft handelt es sich nur um einen kleinen Rest der Mundwerkzeuge. Nicht herumdrücken oder schneiden. Beobachte die Stelle, und wenn sie sich entzündet, anschwillt oder dein Hund sich unwohl fühlt, geh bitte zur Tierarztpraxis.

Wann sollte ich nach einem Zeckenstich zum Tierarzt?

Wenn dein Hund auffällig wird (zum Beispiel müde, fiebrig, appetitlos, lahm, blasse Schleimhäute oder dunkler Urin), wenn die Einstichstelle sich verschlimmert, oder wenn du dir einfach unsicher bist. Dein Bauchgefühl zählt.

Muss ich nach jedem Spaziergang absuchen, auch im Winter?

In der Zeckensaison sehr gern. Zecken können schon ab etwa 7 °C aktiv sein, also auch an milden Herbst- und Wintertagen. Ein kurzer Check nach dem Spaziergang kostet wenig Zeit und gibt dir Sicherheit.

Fazit: Mit Ruhe und Wissen durch die Zeckenzeit

Ein guter Zeckenschutz für Hunde besteht nie nur aus einem einzelnen Mittel, sondern aus mehreren Bausteinen: aufmerksames Absuchen, das richtige Werkzeug, Wissen über Mythen und Risiken und eine ehrliche Entscheidung zwischen klassischen Präparaten und natürlichen Wegen, am besten gemeinsam mit deiner Tierarztpraxis.

Ob du dich für Chemie, für Hausmittel oder für eine Kombination entscheidest: Du bist nicht allein, und du musst nicht perfekt sein. Du kennst deinen Hund am besten und das ist die beste Grundlage für gute Entscheidungen.

Mit ein bisschen Aufmerksamkeit, einem ruhigen Handgriff und viel Liebe kommst ihr beide sicher durch die Zeckenzeit. 🐾

HINWEIS: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Wenn Symptome anhalten, sich verschlimmern, plötzlich auftreten oder dir seltsam vorkommen, lass sie bitte immer von deiner Tierarztpraxis untersuchen.