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Wenn dein Welpe nachts immer wieder aufwacht, winselt oder unruhig durch die Wohnung tapst, während du selbst mit müden Augen am Bettrand sitzt – dann bist du nicht allein. Fast jeder frischgebackene Welpenhalter kennt dieses Gefühl von Erschöpfung, gemischt mit der Sorge: Mache ich etwas falsch? Die gute Nachricht vorweg: Wenn dein Welpe nicht durchschläft, ist das in den ersten Wochen völlig normal und in den meisten Fällen kein Zeichen dafür, dass etwas ernsthaft nicht stimmt.
In diesem Artikel schauen wir uns gemeinsam an, warum Welpen nachts aufwachen, wie du ihnen (und dir selbst) zu ruhigeren Nächten verhelfen kannst und ab wann es sinnvoll ist, genauer hinzuschauen.
Ich erinnere mich noch gut an die ersten Nächte mit einem unserer Welpen: Alle zwei Stunden ein leises Winseln, ich im Halbschlaf auf dem Weg nach draußen und die stille Frage im Kopf, ob das jemals aufhören würde. Es hat aufgehört – Schritt für Schritt, mit Geduld und ein paar kleinen Veränderungen, die ich dir hier zeigen möchte.
Inhaltsverzeichnis
Warum dein Welpe nachts nicht durchschläft
Ein Welpe kommt nicht mit einem festen Schlafrhythmus zu dir nach Hause. Alles ist neu: die Geräusche, die Gerüche, die Trennung von Mutter und Geschwistern, ein fremdes Zimmer, ein fremdes Bett. Sein kleiner Körper und sein Nervensystem müssen erst lernen, was „Nacht“ in diesem neuen Zuhause bedeutet.
Hinzu kommt: Die Blase eines jungen Welpen ist noch klein. Er kann körperlich oft schlicht noch nicht mehrere Stunden am Stück durchhalten, ohne austreten zu müssen. Das bedeutet: Wenn dein Welpe nachts aufwacht, ist das häufig kein Verhaltensproblem, sondern ein ganz natürlicher Entwicklungsschritt – körperlich wie emotional.
👉Wie die ersten Tage mit deinem Welpen insgesamt gelingen können, liest du in meinem Artikel über die Eingewöhnung.

Wie viel Schlaf braucht ein Welpe wirklich?
Welpen schlafen deutlich mehr als ausgewachsene Hunde – oft zwischen 18 und 20 Stunden am Tag. Das mag überraschend klingen, wenn nachts trotzdem wenig Ruhe herrscht. Der Grund liegt darin, dass sich dieser Schlaf über den Tag verteilt in vielen kurzen Phasen abspielt, nicht in einem einzigen langen Nachtschlaf wie bei uns Menschen.
Genau hier liegt oft der Schlüssel: Ein Welpe, der tagsüber unzählige kurze Nickerchen macht, aber auch immer wieder aufgeregt spielt, muss erst lernen, dass die Nacht die lange Ruhephase ist. Diesen Rhythmus kannst du behutsam mitgestalten.
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Die ersten Wochen mit einem Welpen bringen so viele neue Eindrücke – für dich und für ihn. Damit du dabei nicht den Überblick verlierst, haben wir alles Wichtige für einen entspannten Start in unserer kostenlosen Welpenstart-Checkliste zusammengefasst: von der Vorbereitung der Ankunft bis zu den ersten gemeinsamen Nächten.
Die häufigsten Ursachen für unruhigen Schlaf
1. Volle Blase
Gerade in den ersten Wochen ist ein nächtliches Aufwachen oft schlicht ein Signal: „Ich muss raus.“ Das ist kein Ungehorsam, sondern Biologie.
2. Trennungsangst und neue Umgebung
Viele Welpen haben zuvor nie allein geschlafen. Die plötzliche Trennung von Wurfgeschwistern kann sich nachts besonders stark bemerkbar machen, wenn es still und dunkel ist.
3. Zu viel Aufregung vor dem Schlafengehen
Ein wildes Spiel kurz vor dem Zubettgehen kann dazu führen, dass dein Welpe zu aufgedreht ist, um wirklich zur Ruhe zu kommen.
4. Unpassender Schlafplatz
Ein zu heller, zu lauter oder ungemütlicher Platz kann das Einschlafen und Durchschlafen erschweren.
5. Wachstumsschübe und Zahnen
In bestimmten Phasen kann körperliches Unwohlsein – etwa durch das Zahnen – den Schlaf zusätzlich stören. Zwischen der achten und siebten Lebenswoche und dann noch einmal rund um den fünften bis siebten Lebensmonat durchläuft dein Welpe intensive körperliche Veränderungen. Zahnwechsel, Wachstumsschübe in Knochen und Gelenken sowie hormonelle Umstellungen können sich nachts durch vermehrte Unruhe, leises Jammern oder häufigeres Aufwachen bemerkbar machen. Das ist meist vorübergehend, kann für dich als Halterin oder Halter jedoch besonders kräftezehrend sein, weil sich ohnehin schon unruhige Nächte in diesen Phasen noch einmal verstärken können.
6. Reizüberflutung durch einen ereignisreichen Tag
Ein Welpentag steckt voller neuer Eindrücke: fremde Menschen, andere Hunde, neue Gerüche, ungewohnte Geräusche. All das muss sein kleines Nervensystem erst verarbeiten und genau das passiert oft nachts, im Schlaf. Ein besonders aufregender Tag kann daher paradoxerweise zu einer unruhigeren statt ruhigeren Nacht führen, selbst wenn dein Welpe körperlich müde wirkt.
Wie der Tagesablauf den nächtlichen Schlaf beeinflusst
Ruhige Nächte beginnen nicht erst am Abend, sondern bereits am Morgen. Ein Welpe, der über den Tag verteilt ausreichend Ruhephasen bekommt, kommt abends entspannter zur Ruhe als ein Welpe, der ständig überreizt wird. Achte darauf, dass zwischen aufregenden Aktivitäten – Spaziergänge, Besuch, Spielrunden – immer wieder feste Ruhephasen eingeplant werden, in denen dein Welpe ungestört schlafen darf. Ein übermüdeter Welpe wirkt oft besonders aufgedreht statt schläfrig, was das abendliche Zurruhekommen zusätzlich erschwert.
Auch die letzte Aktivität vor dem Zubettgehen spielt eine Rolle. Ein ruhiger Spaziergang oder eine entspannte Schnüffelrunde eignet sich deutlich besser als ein wildes Zerrspiel kurz vor dem Schlafengehen, das den Kreislauf noch einmal richtig in Schwung bringt.
Praktische Schritte für ruhigere Nächte
Die folgenden Ansätze haben sich in der Praxis vieler Welpenhalter bewährt. Sie ersetzen keine individuelle Beratung, geben dir aber eine warme, verlässliche Orientierung.
Ein fester Abendritual: Wiederkehrende Abläufe – letzter Rausgang, ruhige Streicheleinheit, gedämpftes Licht – signalisieren deinem Welpen: Jetzt beginnt die Ruhephase.
Der letzte Gang vor dem Schlafen: Bringe deinen Welpen kurz vor dem Zubettgehen noch einmal nach draußen, damit seine Blase möglichst leer ist.
Nähe anbieten, ohne Aufregung zu erzeugen: Viele Welpen schlafen ruhiger, wenn sie ihre Bezugsperson in der Nähe wissen, zum Beispiel durch eine Box neben dem Bett in den ersten Nächten.
Nachts ruhig und sachlich bleiben: Wenn dein Welpe nachts winselt, weil er raus muss, bring ihn ruhig und ohne große Worte oder Spiel nach draußen und wieder zurück ins Bett. So lernt er mit der Zeit: Nachts passiert nichts Aufregendes.
👉Wie die allererste Nacht überhaupt gelingen kann, habe ich ausführlich in diesem Beitrag beschrieben.
Checkliste: Der ideale Schlafplatz für deinen Welpen
- ruhiger, zugfreier Ort ohne direkte Lichtquellen
- weiche, aber stützende Unterlage
- vertrauter Geruch (z. B. eine Decke aus dem Wurf, falls vorhanden)
- Nähe zu dir, besonders in den ersten Nächten
- keine ständigen Störgeräusche wie Fernseher oder laute Gespräche
- feste Schlafenszeit, die täglich möglichst ähnlich ist
Häufige Stolpersteine, die den Schlaf zusätzlich erschweren
Manchmal sind es kleine, gut gemeinte Gewohnheiten, die das Durchschlafen unbewusst erschweren. Es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen, ohne sich dabei selbst zu verurteilen – schließlich lernt ihr beide gerade gemeinsam.
Zu viel nächtliche Aufmerksamkeit. Wenn jedes nächtliche Winseln sofort mit Kuscheln, Spielen oder langem Zureden beantwortet wird, kann dein Welpe unbewusst lernen, dass Aufwachen sich lohnt. Ruhige, kurze Reaktionen helfen ihm dabei, den Unterschied zwischen Tag und Nacht besser zu verstehen.
Unregelmäßige Zubettgehzeiten. Ein wechselnder Tagesablauf erschwert es deinem Welpen, einen inneren Rhythmus aufzubauen. Möglichst ähnliche Zeiten für Fütterung, letzten Rausgang und Schlafenszeit geben ihm Orientierung.
Zu später oder zu großer letzter Fressnapf. Ein volles Bäuchlein kurz vor dem Schlafengehen kann sowohl die Verdauung als auch die Blase zusätzlich belasten.
Ständiger Ortswechsel des Schlafplatzes. Wenn dein Welpe mal im Wohnzimmer, mal im Schlafzimmer, mal in der Küche schläft, fehlt ihm die vertraute Konstante, die für ruhigen Schlaf so wichtig ist. Ein fester, gleichbleibender Schlafplatz schafft Sicherheit.
Schlafverhalten nach Alter: Wann sich die Nächte normalerweise beruhigen
Ob dein Welpe schläft nicht durch, hängt in hohem Maße von seinem Alter ab. Es hilft, realistische Erwartungen zu haben, statt sich mit anderen Welpen oder pauschalen Aussagen aus dem Internet zu vergleichen – jeder Welpe entwickelt sich in seinem eigenen Tempo.
8 bis 12 Wochen: In dieser Phase ist es völlig normal, dass ein Welpe alle zwei bis vier Stunden nachts aufwacht. Die Blase ist noch sehr klein, und die Trennung von Wurfgeschwistern liegt gerade erst zurück. Wer in dieser Zeit erwartet, dass der Welpe schon durchschläft, setzt sich selbst unnötig unter Druck.
3 bis 4 Monate: Viele Welpen können nun schon längere Strecken am Stück schlafen, oft fünf bis sechs Stunden. Gleichzeitig kann in dieser Phase der Zahnwechsel beginnen, was zu einzelnen Rückschritten führen kann – das ist normal und meist vorübergehend.
5 bis 7 Monate: In dieser Phase schlafen die meisten Welpen bereits zuverlässig durch, sofern feste Routinen etabliert wurden. Vereinzelte unruhige Nächte, etwa nach einem aufregenden Tag oder in Wachstumsschüben, können dennoch weiterhin vorkommen.
Diese Zeitangaben sind Orientierungswerte, keine festen Regeln. Manche Welpen brauchen etwas länger, andere sind schneller so weit – beides liegt im normalen Entwicklungsspektrum. Entscheidend ist nicht das exakte Alter, sondern eine stetige, wenn auch langsame Verbesserung über die Wochen hinweg. Bleibt die Unruhe über einen längeren Zeitraum unverändert stark oder verschlechtert sie sich sogar, lohnt sich, wie im Abschnitt zum Tierarztbesuch beschrieben, ein genauerer Blick.
Was du in dieser Phase nicht von dir erwarten solltest
Gerade weil so viel über perfekte Routinen und Methoden gesprochen wird, geraten viele Welpenhalter in dieser Zeit ungewollt unter Druck. Wichtig zu wissen: Es ist völlig normal, wenn nicht jede Nacht gleich verläuft, wenn Rückschritte passieren oder wenn du selbst manchmal an deine Grenzen kommst. Du musst nicht jede Empfehlung perfekt umsetzen, damit sich der Schlaf deines Welpen verbessert. Kontinuität und liebevolle Geduld wirken meist stärker als Perfektion.
Auch ein gelegentlicher Rückfall in unruhige Nächte – etwa nach einem Tierarztbesuch, einem Umzug oder einer aufregenden Reise – bedeutet nicht, dass ihr wieder ganz von vorne beginnt. Solche Phasen sind normale Schwankungen auf dem Weg zu einem stabilen Schlafrhythmus.
Ab wann solltest du einen Tierarzt einbeziehen?
Unruhiger Schlaf in den ersten Wochen ist meist kein Grund zur Sorge. Es gibt jedoch Situationen, in denen ein Tierarztbesuch sinnvoll ist – etwa wenn dein Welpe zusätzlich zum gestörten Schlaf Anzeichen von Schmerzen zeigt, wenn sich sein Verhalten plötzlich stark verändert, wenn Unruhe und Winseln über mehrere Wochen ungewöhnlich stark bleiben, oder wenn du generell das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt.
Symptome können viele unterschiedliche Ursachen haben, und nur eine tierärztliche Untersuchung kann eine verlässliche Einschätzung geben. Vertraue in solchen Fällen ruhig deinem Bauchgefühl als Halterin oder Halter – lieber einmal zu viel nachfragen als zu lange abzuwarten.

Du fühlst dich mit den unruhigen Nächten allein?
Viele Halterinnen und Halter berichten mir, wie sehr es hilft, wenn man weiß, was in den ersten Wochen normal ist – und was nicht. In meinem Newsletter teile ich regelmäßig einfühlsame, praxisnahe Tipps für genau diese Anfangszeit.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist es normal, dass ein Welpe mit 3 Monaten noch nicht durchschläft?
Ja, das ist in diesem Alter völlig normal. Viele Welpen brauchen bis zum Alter von etwa vier bis sechs Monaten, bis sie zuverlässig durchschlafen, da sowohl Blase als auch Nervensystem noch reifen.
Wie lange dauert es, bis ein Welpe durchschläft?
Das ist individuell unterschiedlich, doch häufig verbessert sich der Schlafrhythmus innerhalb der ersten paar Wochen spürbar, wenn feste Abläufe und ein ruhiger Schlafplatz eingeführt werden.
Soll ich meinen Welpen nachts ignorieren, wenn er weint?
Nicht grundsätzlich. In den ersten Nächten kann Weinen bedeuten, dass er raus muss oder sich unsicher fühlt. Wichtig ist, ruhig und sachlich zu reagieren, ohne übermäßige Aufregung oder Spiel daraus zu machen.
Kann falsche Ernährung den Schlaf meines Welpen beeinflussen?
Ja, ein zu spätes oder zu großes Abendessen kann die Verdauung anregen und den Schlaf stören. Ein regelmäßiger Fütterungsrhythmus mit ausreichend zeitlichem Abstand zur Schlafenszeit kann hilfreich sein. Bei anhaltenden Verdauungsproblemen sollte dies tierärztlich abgeklärt werden.
Wann sollte ich mir wegen des Schlafs meines Welpen Sorgen machen?
Wenn zusätzlich zu Schlafproblemen weitere Auffälligkeiten wie Appetitlosigkeit, Schmerzanzeichen oder ein plötzlicher Verhaltenswandel auftreten, oder wenn sich die Situation über mehrere Wochen nicht bessert, ist eine tierärztliche Abklärung sinnvoll.
Hilft es, den Welpen tagsüber wachzuhalten, damit er nachts besser schläft?
Nicht unbedingt. Welpen brauchen über den Tag verteilt viele kurze Ruhephasen, um sich körperlich und geistig zu erholen. Wird ein Welpe tagsüber bewusst wachgehalten, führt das häufig eher zu Übermüdung und dadurch zu noch unruhigerem Verhalten am Abend, statt zu besserem Schlaf in der Nacht. Sinnvoller ist es, für einen ausgewogenen Wechsel aus Aktivität und Ruhe zu sorgen, wie im Abschnitt zum Tagesablauf beschrieben.
Fazit: Geduld, die sich lohnt
Ruhige Nächte kommen selten über Nacht – im wahrsten Sinne des Wortes. Sie entstehen Schritt für Schritt, durch feste Abläufe, viel Geduld und dein einfühlsames Verständnis dafür, dass dein Welpe gerade eine völlig neue Welt kennenlernt. Die schlaflosen Nächte, die dir jetzt vielleicht viel abverlangen, sind ein vorübergehender Teil dieser besonderen Anfangszeit – und sie werden weniger, je mehr Sicherheit und Routine ihr gemeinsam aufbaut.
Du machst das gut. Gib dir und deinem Welpen die Zeit, die ihr beide braucht.
Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche oder verhaltenstherapeutische Beratung. Bei anhaltenden, sich verschlimmernden oder ungewöhnlichen Symptomen sowie bei Verhaltensproblemen, die den Alltag deutlich beeinträchtigen, wende dich bitte an eine Tierärztin, einen Tierarzt oder eine qualifizierte Hundetrainerin bzw. einen Hundetrainer.
